⚫ Der Schwarze Montag 1987

Der größte prozentuale Tagesverlust der Börsengeschichte — und das ganz ohne Wirtschaftskrise. Ein Lehrstück darüber, wie Technik und Herdenverhalten einen Markt in Minuten kippen lassen.

Von Thierry Simon·Veröffentlicht 30.09.2026·Zuletzt geprüft 30.09.2026·Quellen & Methodik

Die Zahlen zum Crash

Datum
19.10.1987
Tagesverlust
−22,6 %
Punkte
−508
Erholung
~2 Jahre

Dow Jones Industrial Average, −508,32 Punkte bzw. −22,61 % am 19.10.1987. Bis heute der größte prozentuale Tagesverlust. Quelle: Federal Reserve History.

Die wichtigsten Punkte

Was war der Schwarze Montag?

Am Montag, den 19. Oktober 1987, stürzte der Dow Jones um 508 Punkte oder 22,6 % ab — der größte prozentuale Tagesverlust seiner Geschichte. Der Absturz begann in Asien, rollte über Europa und traf schließlich mit voller Wucht die USA.

Das Besondere: Es gab keinen einzelnen dramatischen Auslöser wie eine Bankenpleite oder einen Krieg. Der Markt fiel scheinbar aus sich selbst heraus.

Warum ist er entstanden?

Eine große Rolle spielte der damals neue computergestützte Programmhandel. Viele Großanleger nutzten „Portfolio Insurance“ — Programme, die bei fallenden Kursen automatisch verkauften, um Verluste zu begrenzen. Als die Kurse zu fallen begannen, lösten diese Programme massenhaft Verkäufe aus, die die Kurse weiter drückten und noch mehr automatische Verkäufe auslösten.

Dazu kamen zuvor stark gestiegene Kurse, steigende Zinsen und Nervosität. Die Technik, die eigentlich schützen sollte, wurde so zum Brandbeschleuniger einer sich selbst verstärkenden Verkaufslawine.

Wie lief die Erholung?

Erstaunlich schnell. Weil die Realwirtschaft gesund war, reagierte die US-Notenbank unter Alan Greenspan sofort und stellte den Banken Liquidität bereit. Das beruhigte die Märkte.

Innerhalb von rund zwei Jahren hatte der Dow Jones seine Verluste wieder aufgeholt. Als direkte Folge führten die Börsen zudem Handelsunterbrechungen („Circuit Breaker“) ein — automatische Pausen, die bei extremen Kursstürzen den Handel kurz stoppen, um Panik zu bremsen. Diese Schutzmechanismen gibt es bis heute.

Das nimmst du mit

1987 zeigt: Ein Crash braucht keine Wirtschaftskrise. Angst und Automatismen reichen. Für Langfrist-Anleger war der Schwarze Montag im Rückblick nur ein tiefer Zacken in einer weiter steigenden Kurve.

Häufige Fragen

Warum war der Verlust größer als 1929?

Prozentual an einem Tag ja — mit −22,6 % gegenüber −12 % am schlimmsten Tag 1929. Aber 1987 blieb ein kurzes Ereignis ohne folgende Depression, während 1929 in eine jahrelange Krise mündete.

Was sind Circuit Breaker?

Automatische Handelsunterbrechungen: Fällt ein Index innerhalb kurzer Zeit um bestimmte Prozentsätze, wird der Handel für einige Minuten ausgesetzt. Das soll Panikspiralen wie 1987 verhindern und wurde als direkte Lehre eingeführt.

Wo stehst du finanziell insgesamt?

Der kostenlose Finanz-Check zeigt dir in 3 Minuten dein ganzes Bild — ohne Anmeldung.

Finanz-Check starten →

Passende Artikel

FR
Über den Autor — Thierry Simon
Gründer und Betreiber von FinanzRat. Sein Ziel: komplexe Finanzthemen für Menschen ohne Vorwissen verständlich machen. Die Inhalte stützen sich auf offizielle Primärquellen und werden regelmäßig auf Aktualität geprüft. FinanzRat ist unabhängig, arbeitet ohne Provisionen und gibt keine individuelle Anlageberatung. Quellen & Methodik → · Redaktionelle Grundsätze
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und historischen Einordnung — keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Historische Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen.