Alles mit „.com“ im Namen schien Gold wert — egal ob die Firma je Gewinn machte. Dann platzte die Blase, und der Tech-Index Nasdaq verlor fast vier Fünftel seines Wertes.
Nasdaq Composite: Hoch 5.048 Punkte (10. Mär 2000), Tief 1.114 Punkte (9. Okt 2002). Das alte Hoch wurde erst rund 2015 wieder erreicht. Quelle: Nasdaq-Milestones.
Ende der 1990er glaubten viele, das Internet werde alle Regeln der Wirtschaft neu schreiben. Anleger warfen Geld auf jede Firma mit „.com“ im Namen — oft ohne auf Umsatz oder Gewinn zu schauen. Der Technologie-Index Nasdaq verfünffachte sich und erreichte am 10. März 2000 mit rund 5.048 Punkten sein Allzeithoch.
Doch viele dieser Firmen verbrannten nur Geld. Als die ersten Pleiten kamen und die Zinsen stiegen, kippte die Stimmung. Bis Oktober 2002 fiel der Nasdaq auf rund 1.114 Punkte — ein Minus von 78 %.
Der Kern war eine Erzählung, die alle Vorsicht ausschaltete: „Diesmal ist alles anders.“ Weil das Internet neu war, glaubten viele, klassische Bewertungsmaßstäbe wie Gewinn und Umsatz seien überholt. Firmen wurden nach „Klicks“ oder „Augäpfeln“ bewertet statt nach Zahlen.
Dazu kam billiges Geld, ein Ansturm von Börsengängen (IPOs) und Medien, die täglich neue Millionäre feierten. Wer zweifelte, galt als altmodisch. Genau diese kollektive Euphorie ist das klassische Kennzeichen jeder Spekulationsblase.
Für den Gesamtindex sehr langsam: Das Nasdaq-Hoch von 2000 wurde erst rund 2015 wieder erreicht. Viele einzelne Firmen kehrten nie zurück — ihre Aktien wurden wertlos.
Interessant ist die Spaltung: Die Grundidee stimmte — das Internet veränderte die Welt tatsächlich. Firmen mit echtem Geschäftsmodell wie Amazon überlebten den Crash (Amazon verlor zeitweise über 90 %) und wurden später zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Die Blase betraf also den Preis, nicht unbedingt die Idee.
Die Dotcom-Blase warnt vor dem Satz „Diesmal ist alles anders“. Wenn Kurse nur noch mit Zukunftsträumen statt mit echten Zahlen begründet werden, ist Vorsicht angebracht — auch bei heutigen Hype-Themen.
Muster wie starke Kursgewinne und große Zukunftsversprechen ähneln sich. Ein Unterschied: Viele heutige Tech-Konzerne machen echte, hohe Gewinne — anders als die meisten Dotcom-Firmen. Ob eine Bewertung übertrieben ist, lässt sich seriös immer erst im Rückblick sagen.
Amazon hatte ein echtes, skalierbares Geschäftsmodell und Umsätze — auch wenn es lange keine Gewinne schrieb. Viele Dotcom-Firmen hatten nur eine Idee und eine Website, aber kein tragfähiges Geschäft.
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