ETF-Auszahlplan: Wie lange reicht dein ETF-Depot?

Ein ETF-Depot ist im Ruhestand nur so gut wie der Plan, es zu entnehmen. Dieser ETF-Auszahlplan zeigt, wie lange dein Depot bei einer bestimmten monatlichen Entnahme reicht, wenn der Rest weiter angelegt bleibt und die Entnahme jährlich mit der Inflation steigt.

ETF entnehmen: Anteile verkaufen statt nur Ausschüttungen

Beim Auszahlplan verkaufst du regelmäßig ETF-Anteile und lässt den Rest weiter arbeiten. Das ist flexibler und steuerlich oft günstiger als reine Ausschüttungen, weil du Höhe und Zeitpunkt selbst steuerst und den Sparerpauschbetrag gezielt nutzt. Ein thesaurierender Aktien-ETF plus geplanter Anteilsverkauf ist deshalb ein gängiger Weg.

Das größte Risiko ist das Sequence-of-Returns-Risiko: Fallen die Kurse in den ersten Entnahmejahren, zehrt das am Depot überproportional. Ein Cash-Puffer für schlechte Börsenjahre und eine eher vorsichtige Startentnahme (3,5 statt 4 %) senken das Risiko, dass das Geld vorzeitig ausgeht.

Entnahme & Reichweite berechnen

in heutiger Kaufkraft
Kapital reicht ca.
–
4%-Regel: möglich/Monat
–
3,5%-Regel: möglich/Monat
–

👉 Dein nächster Schritt
Geregelt entnehmen: Entnahmeplan →Finanzielle Freiheit: FIRE-Rechner →

Die 4-Prozent-Regel — einfach erklärt

Die bekannteste Faustregel für den Ruhestand stammt aus der US-amerikanischen Trinity-Studie: Wer im ersten Jahr rund 4 % seines Vermögens entnimmt und diesen Betrag danach jährlich an die Inflation anpasst, dessen Geld reichte historisch über etwa 30 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit. Aus 500.000 € ergäben sich so rund 20.000 € im ersten Jahr, also etwa 1.667 € im Monat.

Wichtig: Das ist eine historische Orientierung, keine Garantie. Wer sehr früh in Rente geht oder ganz sichergehen will, wählt oft eine niedrigere Rate von 3,5 % oder 3 %. Und in schwachen Börsenphasen kurz nach Renteneintritt hilft es, die Entnahme flexibel etwas zu senken.

🎯 Das ist nur ein Baustein — wo stehst du insgesamt?
Der kostenlose Finanz-Check zeigt dir in 3 Minuten dein ganzes Bild — ohne Anmeldung.
Finanz-Check starten →
Erst noch Vermögen aufbauen?

Sieh mit dem FIRE- und ETF-Rechner, wie du dein Zielkapital erreichst.

Zum FIRE-Rechner →

So funktioniert die Berechnung (Formel & Erklärung)

Der Rechner simuliert deinen Ruhestand Monat für Monat: Das Kapital wird verzinst, die Entnahme abgezogen, und einmal im Jahr wird die Entnahme um die Inflationsrate erhöht. So zeigt sich, wie lange das Geld unter realistischen Bedingungen reicht.

KapitalMonat n = KapitalMonat n−1 × (1 + Rendite ÷ 12) − EntnahmeJeweils nach zwölf Monaten gilt zusätzlich: Entnahme = Entnahme × (1 + Inflation). Die Simulation läuft, bis das Kapital aufgebraucht ist — oder bis 100 Jahre erreicht sind, dann gilt der Plan als dauerhaft tragfähig.

Die Variablen im Einzelnen

Warum oft 3,5 statt 4 Prozent empfohlen werden

Die ursprüngliche 4-%-Regel basiert auf historischen US-Renditen und einem Anlagehorizont von 30 Jahren. Für Europa, für längere Ruhestandsphasen und bei den heute üblichen Kostenquoten gilt sie vielen als zu optimistisch. Ein zweites Risiko kommt hinzu: die Reihenfolge der Renditen. Fallen die ersten Ruhestandsjahre in einen Börsencrash, wird Kapital zu niedrigen Kursen verkauft und fehlt dauerhaft für die spätere Erholung. Eine Entnahmerate von 3,5 % samt Liquiditätspuffer für zwei bis drei Jahre entschärft beides.

Konkretes Rechenbeispiel aus der Praxis

Beispiel: Herr Lang geht mit 600.000 € in den Ruhestand und möchte monatlich 2.000 € entnehmen. Er rechnet mit 5 % Rendite und 2 % Inflation.

Schritt für Schritt gerechnet

  1. Anfängliche Entnahmerate: 2.000 € × 12 ÷ 600.000 € = 4,0 % — genau die klassische 4-%-Regel.
  2. Monat 1: 600.000 € × (1 + 5 % ÷ 12) − 2.000 € = 600.500 €. Die Rendite übersteigt die Entnahme noch.
  3. Nach zwölf Monaten steigt die Entnahme auf 2.000 € × 1,02 = 2.040 €.
  4. Nach zehn Jahren liegt die inflationsangepasste Entnahme bereits bei rund 2.438 € im Monat.
  5. Irgendwann übersteigt die Entnahme die laufende Rendite — ab dann schrumpft das Kapital.

Der Rechner kommt auf eine Reichweite von 48 Jahre. Zum Vergleich: Nach der 4-%-Regel wären anfangs 2.000 € pro Monat möglich, nach der vorsichtigeren 3,5-%-Regel 1.750 €.

ETF-Auszahlplan-Tabelle: Reichweite je nach Entnahme

Reichweite eines Kapitals von 600.000 € bei 5 % Rendite und 2 % jährlicher Inflationsanpassung der Entnahme:

600.000 € Startkapital, 5 % Rendite, 2 % Inflation
Entnahme / MonatEntnahmerateReichweite
1.500 €3,0 %dauerhaft
1.750 €3,5 %68 Jahre
2.000 €4,0 %48 Jahre
2.500 €5,0 %31 Jahre
3.000 €6,0 %24 Jahre
4.000 €8,0 %16 Jahre

Die Simulation unterstellt eine gleichmäßige Rendite. In der Realität schwanken die Märkte — vor allem schwache Jahre zu Beginn des Ruhestands verkürzen die Reichweite deutlich.

Häufige Fragen

Wie viel darf ich aus dem ETF-Depot entnehmen?

Als grobe Orientierung dient die 3,5- bis 4-Prozent-Regel. Bei 200.000 € Depot wären das rund 580 bis 670 € im Monat zum Start, danach jährlich an die Inflation angepasst. Das ist eine Faustregel, keine Garantie und keine Anlageberatung.

Anteile verkaufen oder Ausschüttungen nutzen?

Der geplante Verkauf von Anteilen ist flexibler und steuerlich besser steuerbar als reine Ausschüttungen. Ausschüttungen sind bequem, aber weniger planbar. Viele kombinieren beides je nach Depot und Bedarf.

Was ist das Sequence-of-Returns-Risiko?

Kursverluste in den ersten Entnahmejahren wirken besonders stark, weil du Anteile zu niedrigen Kursen verkaufst. Ein Cash-Puffer für ein bis zwei schlechte Jahre und eine flexible Entnahme mildern dieses Risiko.

Wie werden ETF-Entnahmen besteuert?

Auf die Kursgewinne fallen rund 25 % Abgeltungsteuer plus Soli und ggf. Kirchensteuer an; bei Aktien-ETF sind 30 % teilfreigestellt. Nutze den Sparerpauschbetrag und beachte die Vorabpauschale bei thesaurierenden ETF.

Weitere kostenlose Rechner

🔒Deine Daten bleiben privat. Dieser Rechner läuft vollständig in deinem Browser — deine Eingaben werden nicht gespeichert und nicht übertragen.
Vereinfachte Modellrechnung mit konstanter Rendite und Inflation und monatlicher Entnahme (jährlich inflationsangepasst). Reale Renditen schwanken — gerade schwache Jahre kurz nach Renteneintritt können die Reichweite stark verkürzen (Renditereihenfolge-Risiko). Steuern auf Kapitalerträge sind nicht berücksichtigt. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Keine Anlage- oder Ruhestandsberatung. Ohne Gewähr.