Vermögen aufbauen ist die eine Hälfte — es im Ruhestand klug zu entnehmen die andere. Dieser Rechner zeigt, wie lange dein Kapital bei einer bestimmten monatlichen Entnahme reicht, wenn es weiter angelegt bleibt und die Entnahme jährlich mit der Inflation steigt.
Die bekannteste Faustregel für den Ruhestand stammt aus der US-amerikanischen Trinity-Studie: Wer im ersten Jahr rund 4 % seines Vermögens entnimmt und diesen Betrag danach jährlich an die Inflation anpasst, dessen Geld reichte historisch über etwa 30 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit. Aus 500.000 € ergäben sich so rund 20.000 € im ersten Jahr, also etwa 1.667 € im Monat.
Wichtig: Das ist eine historische Orientierung, keine Garantie. Wer sehr früh in Rente geht oder ganz sichergehen will, wählt oft eine niedrigere Rate von 3,5 % oder 3 %. Und in schwachen Börsenphasen kurz nach Renteneintritt hilft es, die Entnahme flexibel etwas zu senken.
Sieh mit dem FIRE- und ETF-Rechner, wie du dein Zielkapital erreichst.
Der Rechner simuliert deinen Ruhestand Monat für Monat: Das Kapital wird verzinst, die Entnahme abgezogen, und einmal im Jahr wird die Entnahme um die Inflationsrate erhöht. So zeigt sich, wie lange das Geld unter realistischen Bedingungen reicht.
KapitalMonat n = KapitalMonat n−1 × (1 + Rendite ÷ 12) − EntnahmeJeweils nach zwölf Monaten gilt zusätzlich: Entnahme = Entnahme × (1 + Inflation). Die Simulation läuft, bis das Kapital aufgebraucht ist — oder bis 100 Jahre erreicht sind, dann gilt der Plan als dauerhaft tragfähig.
Die ursprüngliche 4-%-Regel basiert auf historischen US-Renditen und einem Anlagehorizont von 30 Jahren. Für Europa, für längere Ruhestandsphasen und bei den heute üblichen Kostenquoten gilt sie vielen als zu optimistisch. Ein zweites Risiko kommt hinzu: die Reihenfolge der Renditen. Fallen die ersten Ruhestandsjahre in einen Börsencrash, wird Kapital zu niedrigen Kursen verkauft und fehlt dauerhaft für die spätere Erholung. Eine Entnahmerate von 3,5 % samt Liquiditätspuffer für zwei bis drei Jahre entschärft beides.
Beispiel: Herr Lang geht mit 600.000 € in den Ruhestand und möchte monatlich 2.000 € entnehmen. Er rechnet mit 5 % Rendite und 2 % Inflation.
Der Rechner kommt auf eine Reichweite von 48 Jahre. Zum Vergleich: Nach der 4-%-Regel wären anfangs 2.000 € pro Monat möglich, nach der vorsichtigeren 3,5-%-Regel 1.750 €.
Reichweite eines Kapitals von 600.000 € bei 5 % Rendite und 2 % jährlicher Inflationsanpassung der Entnahme:
| Entnahme / Monat | Entnahmerate | Reichweite |
|---|---|---|
| 1.500 € | 3,0 % | dauerhaft |
| 1.750 € | 3,5 % | 68 Jahre |
| 2.000 € | 4,0 % | 48 Jahre |
| 2.500 € | 5,0 % | 31 Jahre |
| 3.000 € | 6,0 % | 24 Jahre |
| 4.000 € | 8,0 % | 16 Jahre |
Die Simulation unterstellt eine gleichmäßige Rendite. In der Realität schwanken die Märkte — vor allem schwache Jahre zu Beginn des Ruhestands verkürzen die Reichweite deutlich.
Aus der Trinity-Studie: Im ersten Ruhestandsjahr ~4 % des Vermögens entnehmen und danach jährlich an die Inflation anpassen — das Kapital hielt historisch etwa 30 Jahre. Grobe Orientierung, keine Garantie, keine Anlageberatung.
Die 4-%-Regel beruht auf 30 Jahren. Wer früher in Rente geht oder länger absichern will, wählt eine niedrigere Rate (3,5 oder 3 %). Das senkt das Risiko, dass das Geld vorzeitig ausgeht.
Ja. Deine Entnahme versteht sich in heutiger Kaufkraft und steigt jährlich mit der angenommenen Inflation. Das verbleibende Kapital wächst mit der angenommenen Rendite.