Provisionsberater verdienen am Produkt, Honorarberater am Rat. Dieser Rechner zeigt den Unterschied über die gesamte Laufzeit — oft sind es fünfstellige Beträge.
Annahmen: Provision = 1,5 % Ausgabeaufschlag + 0,8 % p.a. höhere laufende Kosten. Honorar = 1.500 € einmalig + 150 €/Jahr. Reale Angebote variieren.
Bei provisionsbasierten Produkten zahlst du typischerweise einen Ausgabeaufschlag plus höhere laufende Kosten — Jahr für Jahr. Bei Honorarberatung zahlst du einmalig (und ggf. eine kleine Jahrespauschale), investierst dafür aber in günstigere Produkte.
Der Rechner vergleicht beide Wege mit identischer Marktrendite. Kleine Kostenunterschiede wirken über Jahrzehnte gewaltig — das ist derselbe Zinseszins-Effekt, nur gegen dich.
Der Rechner vergleicht zwei Vergütungsmodelle über die gesamte Anlagedauer: laufende Provisionen, die als jährliche Rendite-Minderung wirken, gegenüber einem einmaligen Honorar plus laufender Servicepauschale bei günstigeren Produkten.
Provision: Endwert = (Vorjahr + Sparrate × 12) × (1 + Rendite − 0,8 %)Honorar: Endwert = (Vorjahr + Sparrate × 12) × (1 + Rendite) − 150 € Servicepauschale. Beim Provisionsmodell werden zusätzlich 1,5 % Ausgabeaufschlag auf das Startkapital abgezogen, beim Honorarmodell 1.500 € einmalige Beratungsgebühr.
Ein Unterschied von 0,8 Prozentpunkten klingt nach nichts. Über lange Zeiträume wirkt er aber wie ein Zinseszins in die falsche Richtung: Jeder entnommene Euro fehlt nicht nur selbst, sondern auch mit allem, was er bis zum Ende noch erwirtschaftet hätte. Über 25 Jahre summiert sich das bei mittleren Anlagesummen auf einen fünfstelligen Betrag. Das heißt nicht, dass Provisionsberatung grundsätzlich schlecht ist — für kleine Anlagesummen kann sie sogar günstiger sein, weil sich ein Festhonorar dort nicht rechnet. Entscheidend ist, dass du weißt, welches Modell dein Berater nutzt und was es dich über die Laufzeit kostet.
Beispiel: Carola legt 25.000 € an und spart zusätzlich 300 € monatlich. Ihr Anlagehorizont beträgt 25 Jahre, sie rechnet mit 6 % Bruttorendite.
Der Rechner kommt beim Provisionsmodell auf 273.269 € und beim Honorarmodell auf 301.992 €. Die Differenz beträgt 28.723 € — obwohl das Honorarmodell mit 1.125 € weniger Startkapital beginnt.
Endvermögen beider Modelle bei 25.000 € Startkapital, 300 € Sparrate und 6 % Bruttorendite:
| Laufzeit | Provisionsmodell | Honorarmodell | Differenz |
|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 88.964 € | 90.406 € | 1.442 € |
| 15 Jahre | 135.639 € | 141.649 € | 6.010 € |
| 20 Jahre | 195.779 € | 210.224 € | 14.444 € |
| 25 Jahre | 273.269 € | 301.992 € | 28.723 € |
| 30 Jahre | 373.113 € | 424.799 € | 51.687 € |
Modellrechnung mit typischen Kostensätzen. Die tatsächlichen Kosten hängen von Produkt, Anbieter und Beratungsumfang ab — lass sie dir vor Abschluss schriftlich ausweisen.
Nicht automatisch — aber du solltest wissen, wie dein Berater verdient, weil es beeinflusst, welche Produkte empfohlen werden. Seriöse Berater legen ihre Vergütung offen, egal welches Modell.
Üblich sind Stundensätze von 100–200 € oder Pauschalen. Eine einmalige Anlageberatung liegt oft bei 1.000–2.500 €. Das klingt viel, ist über lange Laufzeiten aber häufig günstiger als laufende Provisionen.
Frag direkt: „Wie werden Sie bei diesem Produkt vergütet?" Versicherungsvermittler und Finanzanlagenvermittler sind zu Transparenz verpflichtet. Die Reaktion auf diese Frage sagt oft mehr als die Antwort.