„Die Beratung ist doch kostenlos." Ist sie nicht — sie steckt nur im Produkt. Dieser Report zeigt, wo Provisionen versteckt sind und wie viel Vermögen sie dich über ein Anlegerleben kosten. Sauber gerechnet, mit Quellen.
Quellen: BaFin (Kosten kapitalbildender Lebensversicherungen), Finanztip (ETF-Kosten), Verbraucher- und Fondsstudien. Werte sind typische Spannen und gerundet.
Provisionsbasierte Vergütung ist selten sichtbar — du zahlst sie nicht per Rechnung, sondern eingebaut ins Produkt. Die vier häufigsten Stellen:
| Kostenart | Wo sie steckt | Typische Höhe |
|---|---|---|
| Ausgabeaufschlag | einmalig beim Kauf von Investmentfonds | bis 5 % |
| Abschlussprovision | bei Lebens-/Rentenversicherungen, aus den ersten Beiträgen | 3–5 % der Beitragssumme |
| Bestandsprovision | laufend, aus der jährlichen Verwaltungsvergütung des Fonds | Teil der 0,8–2,5 %/Jahr |
| Laufende Fondskosten (TER) | jährlich, automatisch vom Fondsvermögen abgezogen | aktiv 1,5–1,8 % · ETF ~0,2 % |
Das Tückische: Diese Kosten fallen nicht einmalig an, sondern jedes Jahr — und der Zinseszins wirkt gegen dich.
Zwei Beispiele mit identischer Marktrendite (7 % pro Jahr brutto), nur unterschiedlichen Kosten:
| Szenario (30 Jahre, 7 % brutto) | Bei hohen Kosten | Bei niedrigen Kosten | Differenz |
|---|---|---|---|
| 10.000 € einmalig | ≈ 43.000 € (2,0 %) | ≈ 72.000 € (0,2 %) | ≈ 29.000 € |
| 200 € monatlich | ≈ 188.000 € (1,5 %) | ≈ 232.000 € (0,12 %) | ≈ 44.000 € |
Vereinfachte Modellrechnung, gleiche Bruttorendite in beiden Spalten; nur die jährlichen Kosten unterscheiden sich. Rundung. Keine Anlageberatung.
Anders gesagt: Ein scheinbar kleiner Kostenunterschied von 1–2 Prozentpunkten pro Jahr kann dich über ein Anlegerleben ein halbes Jahresgehalt oder mehr kosten — bei exakt gleicher Wertentwicklung am Markt.
Der Provision-vs-Honorar-Rechner zeigt dir den Unterschied über die gesamte Laufzeit — kostenlos.
Beim Fondskauf oft ein Ausgabeaufschlag bis 5 %, bei Lebens-/Rentenversicherungen 3–5 % Abschlussprovision der Beitragssumme, dazu laufende Kosten (aktive Fonds ~1,5–1,8 %/Jahr, teils als Bestandsprovision an den Vermittler).
Sehr stark, weil der Zinseszins auch auf die Kosten wirkt. Bei 10.000 € über 30 Jahre und 7 % brutto bleiben bei 2 % Kosten ~43.000 €, bei 0,2 % ~72.000 € — fast 29.000 € Unterschied.
Nein. Provision und Honorar sind beide zulässig. Wichtig ist Transparenz über die Gesamtkosten und das Bewusstsein für den Interessenkonflikt bei provisionsbasierter Vergütung.