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Was kostet dich provisionsbasierte Beratung wirklich?

„Die Beratung ist doch kostenlos." Ist sie nicht — sie steckt nur im Produkt. Dieser Report zeigt, wo Provisionen versteckt sind und wie viel Vermögen sie dich über ein Anlegerleben kosten. Sauber gerechnet, mit Quellen.

Stand: 2026 · Quellen: BaFin, Finanztip, Verbraucherstudien

Von Thierry Simon·Veröffentlicht 01.09.2026·Zuletzt geprüft 01.09.2026·Quellen & Methodik
bis 5 %
Ausgabeaufschlag beim Fondskauf
3–5 %
Abschlussprovision der Beitragssumme (Lebens-/Rentenversicherung)
1,5–1,8 %
laufende Kosten aktiver Fonds pro Jahr (ETF: ~0,2 %)
> 90 %
der aktiven Fonds schlagen ihren Index nach Kosten nicht

Quellen: BaFin (Kosten kapitalbildender Lebensversicherungen), Finanztip (ETF-Kosten), Verbraucher- und Fondsstudien. Werte sind typische Spannen und gerundet.

Wo die Provisionen versteckt sind

Provisionsbasierte Vergütung ist selten sichtbar — du zahlst sie nicht per Rechnung, sondern eingebaut ins Produkt. Die vier häufigsten Stellen:

KostenartWo sie stecktTypische Höhe
Ausgabeaufschlageinmalig beim Kauf von Investmentfondsbis 5 %
Abschlussprovisionbei Lebens-/Rentenversicherungen, aus den ersten Beiträgen3–5 % der Beitragssumme
Bestandsprovisionlaufend, aus der jährlichen Verwaltungsvergütung des FondsTeil der 0,8–2,5 %/Jahr
Laufende Fondskosten (TER)jährlich, automatisch vom Fondsvermögen abgezogenaktiv 1,5–1,8 % · ETF ~0,2 %

Das Tückische: Diese Kosten fallen nicht einmalig an, sondern jedes Jahr — und der Zinseszins wirkt gegen dich.

Der Zinseszins-Effekt der Kosten

Zwei Beispiele mit identischer Marktrendite (7 % pro Jahr brutto), nur unterschiedlichen Kosten:

Szenario (30 Jahre, 7 % brutto)Bei hohen KostenBei niedrigen KostenDifferenz
10.000 € einmalig≈ 43.000 € (2,0 %)≈ 72.000 € (0,2 %)≈ 29.000 €
200 € monatlich≈ 188.000 € (1,5 %)≈ 232.000 € (0,12 %)≈ 44.000 €

Vereinfachte Modellrechnung, gleiche Bruttorendite in beiden Spalten; nur die jährlichen Kosten unterscheiden sich. Rundung. Keine Anlageberatung.

Anders gesagt: Ein scheinbar kleiner Kostenunterschied von 1–2 Prozentpunkten pro Jahr kann dich über ein Anlegerleben ein halbes Jahresgehalt oder mehr kosten — bei exakt gleicher Wertentwicklung am Markt.

Ist Provision immer schlecht?

Nein — aber du musst die Kosten kennen. Provision und Honorar sind beide zulässige Vergütungsmodelle. Das Problem ist nicht die Provision an sich, sondern der Interessenkonflikt: Wer am Abschluss verdient, empfiehlt tendenziell das, was Provision bringt — nicht zwingend das Günstigste für dich. Und weil über 90 % der aktiven Fonds ihren Index nach Kosten nicht schlagen, zahlst du oft mehr für weniger Ergebnis.

Was heißt das für dich?

Frag nach den Gesamtkosten. Lass dir Ausgabeaufschlag, Abschluss-/Bestandsprovision und laufende Kosten (TER) schriftlich nennen — in Euro, nicht nur in Prozent.
Rechne den Langfrist-Effekt. Ein paar Zehntelprozent klingen harmlos, summieren sich über Jahrzehnte aber massiv.
Vergleiche Modelle. Honorarberatung (feste Gebühr) oder ein kostengünstiger Selbstbau können über die Laufzeit deutlich billiger sein — müssen es aber nicht in jedem Fall. Rechne es durch.
Rechne deinen Provisions-Effekt aus.

Der Provision-vs-Honorar-Rechner zeigt dir den Unterschied über die gesamte Laufzeit — kostenlos.

Zum Rechner →

Häufige Fragen

Wie viel Provision steckt in Finanzprodukten?

Beim Fondskauf oft ein Ausgabeaufschlag bis 5 %, bei Lebens-/Rentenversicherungen 3–5 % Abschlussprovision der Beitragssumme, dazu laufende Kosten (aktive Fonds ~1,5–1,8 %/Jahr, teils als Bestandsprovision an den Vermittler).

Wie stark schmälern Kosten meine Rendite?

Sehr stark, weil der Zinseszins auch auf die Kosten wirkt. Bei 10.000 € über 30 Jahre und 7 % brutto bleiben bei 2 % Kosten ~43.000 €, bei 0,2 % ~72.000 € — fast 29.000 € Unterschied.

Ist Provision immer schlecht?

Nein. Provision und Honorar sind beide zulässig. Wichtig ist Transparenz über die Gesamtkosten und das Bewusstsein für den Interessenkonflikt bei provisionsbasierter Vergütung.

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Allgemeine Informationen, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung eines bestimmten Produkts, Anbieters oder Vergütungsmodells. Kostenangaben sind typische Spannen (Stand 2026) und können im Einzelfall abweichen; verbindlich sind die Angaben des jeweiligen Anbieters. Berechnungen sind vereinfachte Modelle. Angaben ohne Gewähr.