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Schulden in Deutschland: Wie viele sind überschuldet — und was wirklich hilft

Schulden hat fast jeder mal. Zum Problem werden sie erst, wenn Einkommen und Ersparnisse dauerhaft nicht mehr reichen. Hier findest du die aktuellen Zahlen zur Überschuldung in Deutschland, den entscheidenden Unterschied zwischen „Schulden" und „Überschuldung", die häufigsten Auslöser — und die konkreten ersten Schritte raus.

Stand: 2026 · Datenbasis: SchuldnerAtlas Deutschland (Creditreform, Nov. 2024) & Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamts

Von Thierry Simon·Veröffentlicht 08.09.2026·Zuletzt geprüft 08.09.2026·Quellen & Methodik
5,56 Mio.
überschuldete Menschen in Deutschland (2024)
8,09 %
Überschuldungsquote der Erwachsenen
seit 2004
niedrigster Stand seit Erhebungsbeginn
6. Jahr
in Folge rückläufig

Quelle: SchuldnerAtlas Deutschland 2024, Creditreform (veröffentlicht November 2024). Werte gerundet.

Der wichtigste Unterschied: Schulden ≠ Überschuldung

Fast jeder Haushalt hat irgendwann Schulden — einen Immobilienkredit, eine Autofinanzierung, eine Ratenzahlung. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge, solange man die Raten problemlos bedienen kann. Ein Immobilienkredit über 250.000 € macht dich nicht „pleite", sondern ist Teil eines Vermögensaufbaus.

Überschuldung ist etwas anderes: Sie beginnt dort, wo Einkommen und Vermögen dauerhaft nicht mehr ausreichen, um die laufenden Zahlungsverpflichtungen zu decken — auch nicht durch Sparen oder Einschränken. Genau diese Grenze misst der SchuldnerAtlas, und die betrifft 2024 rund 5,56 Millionen Menschen.

Gute Nachricht mit Sternchen: Die Überschuldungsquote ist das sechste Jahr in Folge gesunken. Das liegt aber weniger an besseren Einkommen als an vorsichtigem „Angst-Sparen" wegen Inflation und Krisenangst — und an verkürzten Speicherfristen in der Statistik. Der Rückgang ist also teils real, teils ein Messeffekt.

Warum Menschen in die Überschuldung geraten

Das verbreitete Bild vom „Konsumsünder" stimmt nur selten. Nach der Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamts sind die häufigsten Auslöser plötzliche Lebensereignisse, gegen die niemand komplett gefeit ist:

Häufige AuslöserWorum es geht
ArbeitslosigkeitWegfall des Einkommens ist der häufigste einzelne Auslöser.
Krankheit, Sucht, UnfallEinkommensausfall plus Zusatzkosten.
Trennung, Scheidung, TodAus einem Haushalt werden zwei — die Fixkosten bleiben.
Gescheiterte SelbstständigkeitPrivate Haftung für betriebliche Schulden.
Unwirtschaftliche HaushaltsführungNur ein Teil der Fälle — meist kommt ein Schock-Ereignis dazu.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Überschuldungsstatistik. Mehrfachnennungen möglich.

Was tun, wenn die Schulden zu viel werden?

Die Reihenfolge ist fast immer dieselbe — und der wichtigste Schritt kostet nichts:

Wichtig: FinanzRat ist keine Schuldnerberatung. Bei echter Überschuldung wende dich bitte an eine anerkannte, kostenlose Beratungsstelle — je früher, desto mehr Handlungsspielraum. Ausführlicher: Schulden — was tun?
Schulden gezielt abbauen

Mehrere Kredite? Sieh mit Schneeball vs. Lawine, wann du schuldenfrei bist.

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Häufige Fragen

Wie viele Menschen in Deutschland sind überschuldet?

2024 rund 5,56 Millionen Menschen ab 18 Jahren — eine Überschuldungsquote von 8,09 % (SchuldnerAtlas, Creditreform). Das ist der niedrigste Stand seit Erhebungsbeginn 2004.

Was ist der Unterschied zwischen Schulden und Überschuldung?

Schulden (z. B. ein Immobilienkredit) sind normal, solange man sie bedienen kann. Überschuldung heißt: Einkommen und Vermögen reichen dauerhaft nicht mehr für die laufenden Verpflichtungen.

Was sind die häufigsten Auslöser?

Arbeitslosigkeit, Krankheit/Sucht/Unfall, Trennung/Scheidung/Tod des Partners und gescheiterte Selbstständigkeit. Reine „unwirtschaftliche Haushaltsführung" ist seltener der alleinige Grund (Destatis).

Was tun bei zu hohen Schulden?

Überblick verschaffen, teure Schulden zuerst abbauen, bei Pfändung das Konto als P-Konto schützen — und bei dauerhafter Überschuldung eine kostenlose, anerkannte Schuldnerberatung einschalten. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information auf Basis offizieller Statistiken (Creditreform SchuldnerAtlas, Statistisches Bundesamt) — keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Schuldnerberatung. Angaben ohne Gewähr.