Der Zinseszins entsteht, wenn du nicht nur auf dein ursprüngliches Geld Zinsen bekommst, sondern auch auf die bereits gutgeschriebenen Zinsen — dadurch wächst dein Vermögen mit der Zeit immer schneller.
Ein Beispiel: Du legst 1.000 € zu 5 % pro Jahr an. Nach dem ersten Jahr hast du 1.050 €. Im zweiten Jahr bekommst du die 5 % aber nicht nur auf die 1.000 €, sondern auf die vollen 1.050 € — also 52,50 € statt 50 €. Dieser kleine Unterschied wächst Jahr für Jahr.
Über lange Zeiträume wird daraus ein gewaltiger Effekt — oft mit einem Schneeball verglichen, der einen Hang hinunterrollt und immer größer wird. Deshalb lautet die wichtigste Regel beim Sparen und Anlegen: je früher du anfängst, desto mehr Zeit hat der Zinseszins zu wirken.
Wer mit 20 kleine Beträge anlegt, kann am Ende mehr haben als jemand, der mit 40 doppelt so viel einzahlt — einfach weil das Geld 20 Jahre länger arbeiten konnte. Zeit ist beim Zinseszins der entscheidende Faktor.
Das hängt vom Produkt ab — meist jährlich, bei manchen Konten auch monatlich oder vierteljährlich. Je häufiger Zinsen gutgeschrieben werden, desto stärker wirkt der Zinseszins.
Ein ähnlicher Effekt entsteht, wenn Dividenden und Kursgewinne wieder angelegt werden (thesauriert). Über viele Jahre macht das einen großen Teil des Vermögensaufbaus aus.
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