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Rentenlücke realistisch berechnen — was die meisten Rechner verschweigen

Die meisten Rentenlücken-Rechner rechnen dich zu reich. Sie nehmen die Bruttorente und lassen drei Dinge weg, die im Alter richtig weh tun: Kranken- und Pflegeversicherung, Steuer und Inflation. Hier erfährst du, wie deine echte Lücke aussieht.

Stand: 2026 · Quellen: Deutsche Rentenversicherung, GKV-Spitzenverband, BMF

Von Thierry Simon·Veröffentlicht 01.09.2026·Zuletzt geprüft 01.09.2026·Quellen & Methodik
≈ 48 %
Rentenniveau — vor Abzügen
11–12 %
Abzüge für Kranken- & Pflegeversicherung auf die Rente
84 %
der Rente sind steuerpflichtig (Rentenbeginn 2026)
≈ 80 %
des letzten Nettos gelten als Bedarf im Alter (Faustregel)

Quellen: Deutsche Rentenversicherung (Rentenniveau), GKV-Spitzenverband (Beitragssätze), BMF (Rentenbesteuerung). Werte gerundet, Beispiele vereinfacht.

Die drei blinden Flecken der Rechner

Ein „schneller" Rentenlücken-Rechner nimmt oft nur: erwartete Bruttorente minus Wunscheinkommen. Damit ist er hübsch optimistisch — und falsch. Diese drei Posten fehlen fast immer:

1. Kranken- & Pflegeversicherung. Auch von der Rente gehen Beiträge ab: 7,3 % Krankenversicherung + halber Zusatzbeitrag sowie 3,6 % Pflege (kinderlos 4,2 %) — zusammen rund 11–12 % der Bruttorente. Anders als beim Gehalt trägst du den Pflegebeitrag vollständig selbst.

2. Steuer (nachgelagerte Besteuerung). Wer 2026 in Rente geht, muss 84 % der Rente versteuern — lebenslang festgeschrieben. Je nach weiterem Einkommen (Betriebsrente, Vermietung, Partner) kann echte Steuer anfallen.

3. Inflation. Bis zu deinem Rentenbeginn verliert Geld an Kaufkraft. 1.500 € Rente „fühlen" sich in 20 Jahren deutlich kleiner an. Ein ehrlicher Plan rechnet in heutiger Kaufkraft.

Beispiel: von Brutto zu echtem Netto

Standardrente 2026 (45 Jahre Durchschnittsverdienst), gerundet:

PositionBetrag/Monat
Bruttorente (Standardrente)≈ 1.900 €
– Kranken- & Pflegeversicherung (~12 %)≈ − 225 €
Rente vor Steuer≈ 1.675 €
– Einkommensteuerje nach Gesamteinkommen

Vereinfachtes Beispiel. Bei alleiniger Standardrente bleibt die Steuer oft gering (Grundfreibetrag), bei zusätzlichem Einkommen steigt sie. Individuell unbedingt durchrechnen.

Und das ist die Standardrente — also 45 Jahre voller Durchschnittsverdienst. Die tatsächliche Durchschnittsrente liegt darunter (siehe unseren Durchschnittsrente-Report).

So rechnest du deine echte Lücke

Schritt 1: Wunsch-Nettoeinkommen im Alter schätzen (Faustregel: ~80 % deines heutigen Nettos).
Schritt 2: Erwartete gesetzliche Rente ansetzen — und davon KV/PV (~12 %) sowie ggf. Steuer abziehen.
Schritt 3: Differenz = deine Netto-Rentenlücke in heutiger Kaufkraft.
Schritt 4: Lücke × 12 × (Rentenjahre) grob überschlagen — so siehst du die Größenordnung, um die es geht.
Rechne deine Rentenlücke ehrlich aus.

Unser Rechner berücksichtigt die Abzüge, die andere weglassen — kostenlos und ohne Anmeldung.

Zum Rentenlücken-Rechner →

Häufige Fragen

Warum unterschätzen Rechner die Rentenlücke?

Weil sie mit der Bruttorente rechnen und KV/PV (~11–12 %), die nachgelagerte Steuer (2026: 84 % steuerpflichtig) und die Inflation weglassen. Alle drei senken deine reale Kaufkraft im Alter.

Wie viel wird von der Rente abgezogen?

7,3 % Krankenversicherung + halber Zusatzbeitrag und 3,6 % Pflege (kinderlos 4,2 %) — zusammen rund 11–12 % der Bruttorente. Dazu ggf. Einkommensteuer je nach Gesamteinkommen.

Wie viel brauche ich im Alter?

Als grobe Faustregel rund 80 % des letzten Nettoeinkommens. Die gesetzliche Rente ersetzt meist deutlich weniger — die Differenz ist deine Lücke.

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Allgemeine Informationen, keine Renten-, Steuer- oder Anlageberatung. Beitragssätze, Steuerregeln und Rentenwerte gelten für 2026 und können sich ändern; Beispiele sind vereinfacht und gerundet. Für deine persönliche Situation sind Deutsche Rentenversicherung, Steuerberatung bzw. eine zugelassene Beratung zuständig. Angaben ohne Gewähr.