„Wie viel Rente bekommt man eigentlich?" — eine der meistgestellten Geldfragen überhaupt. Hier findest du die aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung: nach Geschlecht, nach Versicherungsjahren und nach Bundesland, verständlich erklärt.
Wenn über „die Durchschnittsrente" gesprochen wird, sind oft drei völlig verschiedene Werte gemeint — und das sorgt für viel Verwirrung. Der Reihe nach:
1. Über alle Altersrenten: Rechnet man wirklich jede Altersrente mit — auch die mit wenigen Beitragsjahren, Teilzeit oder Mini-Erwerbsbiografien — landet man bei rund 1.195 € brutto im Monat. Diese Zahl wirkt niedrig, weil hier auch sehr kurze Versicherungsverläufe drinstecken.
2. Nur „echte" Erwerbsbiografien (≥ 35 Versicherungsjahre): Wer ein langes Arbeitsleben hinter sich hat, kommt im Schnitt auf rund 1.692 € brutto. Das ist der Wert, der einer typischen Vollzeit-Rente am nächsten kommt.
3. Die Standardrente (Eckrente): Ein reiner Rechenwert für jemanden, der 45 Jahre lang exakt den Durchschnitt verdient hätte — seit dem 1. Juli 2025 bundeseinheitlich 1.835,55 € brutto. Sie ist ein Maßstab, keine typische Rente: Die wenigsten erreichen 45 Beitragsjahre mit durchgehendem Durchschnittsverdienst.
Die deutlichste Kluft in den Rentenzahlen verläuft zwischen den Geschlechtern. Bei mindestens 35 Versicherungsjahren erhielten Männer im Schnitt 1.892 €, Frauen nur 1.459 € brutto — ein Abstand von rund 433 € im Monat (etwa 23 %). Über alle Altersrenten hinweg ist die Lücke sogar noch größer (Männer ≈ 1.449 €, Frauen ≈ 994 €).
Der Grund ist kein Rechenfehler im System, sondern die Erwerbsbiografie: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, unterbrechen für Kindererziehung und Pflege und verdienen im Schnitt weniger. Weniger Beitragsjahre und niedrigere Beiträge bedeuten weniger Entgeltpunkte — und damit weniger Rente. Genau hier lohnt sich private Vorsorge am meisten.
Obwohl der Rentenwert seit Juli 2024 in Ost und West gleich ist, unterscheiden sich die tatsächlichen Rentenhöhen regional deutlich — weil die Erwerbsbiografien und früheren Löhne verschieden waren. An der Spitze steht das Saarland, wo Jahrzehnte gut bezahlter Industrie- und Bergbaujobs bis heute nachwirken:
| Bundesland | Ø Rente / Monat |
|---|---|
| Saarland | 1.805 € |
| Nordrhein-Westfalen | 1.773 € |
| … Mittelfeld (West) | ~ 1.700 € |
| … neue Länder | ~ 1.600 € |
| Thüringen | 1.572 € |
Durchschnittliche Altersrente langjährig Versicherter (≥ 35 Versicherungsjahre) nach Bundesland · Quelle: Rentenatlas 2025, Deutsche Rentenversicherung. Die vollständige Übersicht aller 16 Länder liefert der Rentenatlas der DRV.
Alle Werte oben sind Bruttorenten. Davon gehen noch ab: der Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung (zusammen rund 11–12 %) und — je nach Gesamteinkommen — Einkommensteuer. Von einer Bruttorente von 1.700 € bleiben netto grob 1.500 € übrig. Wer wissen will, wie groß die eigene Lücke zum letzten Nettogehalt wird, rechnet das am besten konkret durch.
Sieh in zwei Minuten, was von deinem Einkommen im Alter übrig bleibt — und was dir fehlt. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Drei Dinge lassen sich aus den Zahlen mitnehmen: Erstens ist die gesetzliche Rente für die meisten deutlich niedriger als das letzte Gehalt — eine Versorgungslücke ist die Regel, nicht die Ausnahme. Zweitens summieren sich fehlende Beitragsjahre (Teilzeit, Auszeiten) stark; jedes Jahr zählt. Drittens ist der beste Hebel gegen eine kleine Rente ein früher, regelmäßiger Vermögensaufbau. Wie stark schon kleine Sparraten über die Zeit wirken, zeigt der ETF-Sparplan-Rechner.
Über alle Altersrenten hinweg rund 1.195 € brutto im Monat. Bei mindestens 35 Versicherungsjahren im Schnitt rund 1.692 € brutto. Die Standardrente (45 Jahre Durchschnittsverdienst) beträgt seit Juli 2025 bundeseinheitlich 1.835,55 € brutto.
Weil sie über ihr Erwerbsleben häufiger in Teilzeit arbeiten, mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten und im Schnitt weniger verdienen — das ergibt weniger Entgeltpunkte. Bei ≥ 35 Versicherungsjahren lag die Rente von Männern 2024 bei rund 1.892 €, die von Frauen bei rund 1.459 € brutto.
Ein rechnerischer Vergleichswert: die Rente einer Person, die 45 Jahre lang genau den Durchschnitt aller Versicherten verdient hätte. Seit 1. Juli 2025 bundeseinheitlich 1.835,55 € brutto. Sie ist ein Maßstab, keine typische Rente.
Der Rentenwert (der „Preis" eines Entgeltpunkts) ist seit Juli 2024 in Ost und West gleich. Die tatsächlichen Rentenhöhen unterscheiden sich regional trotzdem, weil frühere Löhne und Erwerbsbiografien verschieden waren.