PKV vs. GKV: Lohnt sich die private Krankenversicherung?

Die PKV lockt mit niedrigen Einstiegsbeiträgen — aber die Entscheidung wirkt ein Leben lang. Dieser Rechner vergleicht fair: deinen GKV-Beitrag gegen den PKV-Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss — und sagt dir, ob du als Angestellter überhaupt wechseln darfst. Stand 2026.

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PKV-Beitrag im Alter abschätzen →Die PKV-Reform 2025 erklärt →

Mehr als ein Beitragsvergleich

In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlst du einen prozentualen Beitrag vom Gehalt (gedeckelt durch die Beitragsbemessungsgrenze), Familienmitglieder sind kostenlos mitversichert. In der PKV zahlt jede Person einen eigenen risikoabhängigen Beitrag — der im Alter deutlich steigen kann.

Der Rechner vergleicht die heutigen Monatsbeiträge. Die langfristige Entscheidung sollte aber nie allein am heutigen Preis hängen — Familienplanung und Beitragsentwicklung im Alter sind mindestens so wichtig.

Die zwei Zahlen, die über den Wechsel entscheiden

1. Die Versicherungspflichtgrenze (77.400 € im Jahr / 6.450 € im Monat, 2026). Nur Angestellte, deren Bruttogehalt über dieser Grenze liegt, dürfen überhaupt in die PKV wechseln. Selbstständige, Freiberufler und Beamte können unabhängig vom Einkommen frei wählen. Liegst du als Angestellter darunter, ist die PKV für dich (noch) keine Option.

2. Der Arbeitgeberzuschuss. Der wird beim PKV-Vergleich am häufigsten vergessen — und verzerrt sonst das ganze Bild. Als Angestellter zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte deines PKV-Beitrags, höchstens aber rund 613 € im Monat (2026). Fair ist deshalb nur der Vergleich zwischen deinem GKV-Anteil und dem PKV-Eigenanteil nach Zuschuss — genau das rechnet dieses Tool. Als Selbstständige/r gibt es keinen Zuschuss, du trägst den PKV-Beitrag komplett allein.

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So funktioniert die Berechnung (Formel & Erklärung)

Der Vergleich hängt entscheidend von deinem Status ab. Als Angestellter zahlst du in der GKV nur deinen Anteil und bekommst in der PKV einen Arbeitgeberzuschuss; als Selbstständiger trägst du in beiden Systemen alles allein. Der Rechner unterscheidet diese Fälle.

GKV-Anteil (Angestellte) = min(Brutto; 5.812,50 €) × 10,5 %PKV-Eigenanteil = PKV-Beitrag − Arbeitgeberzuschuss. Der Zuschuss beträgt die Hälfte des Beitrags, höchstens jedoch 613,22 € im Monat. Selbstständige zahlen in der GKV den vollen Satz von 21,1 % auf das beitragspflichtige Einkommen.

Die Variablen im Einzelnen

Warum der Beitragsvergleich allein nicht entscheidet

Ein Momentvergleich der Beiträge ist die schlechteste Grundlage für diese Entscheidung. Drei Faktoren wiegen schwerer. Erstens die Beitragsentwicklung: PKV-Beiträge folgen den Gesundheitskosten, nicht dem Einkommen — im Ruhestand, wenn das Einkommen sinkt, steigen sie weiter. Zweitens die Familienplanung: Jedes Kind kostet in der PKV einen eigenen Beitrag. Drittens die Einbahnstraße: Ab 55 ist die Rückkehr in die GKV praktisch ausgeschlossen. Die PKV kann die richtige Wahl sein — für Beamte mit Beihilfe ist sie es fast immer — aber sie ist eine Festlegung für Jahrzehnte.

Konkretes Rechenbeispiel aus der Praxis

Beispiel: Philipp ist Angestellter, verdient 7.000 € brutto im Monat und ist alleinstehend. Ihm liegt ein PKV-Angebot über 480 € monatlich vor.

Schritt für Schritt gerechnet

  1. Sein Gehalt liegt über der Versicherungspflichtgrenze von 6.450 € — er darf wechseln.
  2. Beitragspflichtig in der GKV ist nur bis zur Bemessungsgrenze: 5.812,50 €.
  3. GKV-Arbeitnehmeranteil: 5.812,50 € × 10,5 % = 610 € pro Monat.
  4. Arbeitgeberzuschuss zur PKV: die Hälfte von 480 € = 240 € (unter dem Höchstbetrag von 613,22 €).
  5. PKV-Eigenanteil: 480 € − 240 € = 240 € pro Monat.

Der Rechner zeigt: GKV 610 €/Mo gegenüber PKV 240 €/Mo — die PKV ist heute +370 €/Mo günstiger. Entscheidend ist aber die Frage, wie dieser Beitrag in 30 Jahren aussieht und ob eine Familie geplant ist.

PKV-GKV-Tabelle: Beitragsvergleich für Angestellte

GKV-Arbeitnehmeranteil gegenüber dem PKV-Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss, je nach Bruttogehalt und PKV-Angebot:

Angestellte, alleinstehend, monatliche Beiträge
Brutto / MonatGKV-AnteilPKV 400 € nettoPKV 550 € nettoPKV 700 € netto
5.000 €525 €/Mo200 €/Mo275 €/Mo350 €/Mo
6.500 €610 €/Mo200 €/Mo275 €/Mo350 €/Mo
7.500 €610 €/Mo200 €/Mo275 €/Mo350 €/Mo
9.000 €610 €/Mo200 €/Mo275 €/Mo350 €/Mo
11.000 €610 €/Mo200 €/Mo275 €/Mo350 €/Mo

Angestellte dürfen erst ab 6.450 € Bruttogehalt im Monat in die PKV wechseln. Die Zeile mit 5.000 € dient nur dem Vergleich.

Häufige Fragen

Ab welchem Gehalt kann ich in die PKV?

Angestellte können wechseln, wenn ihr Jahresbruttogehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Selbstständige, Freiberufler und Beamte können unabhängig vom Einkommen wählen.

Ist die PKV im Alter bezahlbar?

PKV-Beiträge steigen mit den Gesundheitskosten — Altersrückstellungen dämpfen das nur teilweise. Wer wechselt, sollte parallel fürs Alter vorsorgen. Ein Zurück in die GKV ist ab 55 praktisch ausgeschlossen.

Was ist mit Familie in der PKV?

In der GKV sind Ehepartner ohne eigenes Einkommen und Kinder kostenlos mitversichert. In der PKV zahlt jede Person einen eigenen Beitrag — bei Familienplanung kippt die Rechnung oft zugunsten der GKV.

Was ist der Arbeitgeberzuschuss zur PKV?

Als Angestellter zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte deines PKV-Beitrags, höchstens aber rund 613 € im Monat (2026). Fair ist deshalb nur der Vergleich zwischen deinem GKV-Anteil und dem PKV-Eigenanteil nach Abzug dieses Zuschusses. Selbstständige bekommen keinen Zuschuss.

Ab wann lohnt sich die PKV?

Tendenziell für gutverdienende, gesunde Singles ohne Kinderwunsch — dort ist der PKV-Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss oft niedriger als der GKV-Beitrag. Bei Familienplanung, unsicherem Einkommen oder mit Blick auf die steigenden Beiträge im Alter ist die GKV häufig die ruhigere Wahl. Das ist eine allgemeine Einordnung, keine Versicherungsberatung.

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