Warren Buffett gilt als erfolgreichster Investor der Welt. Über seine Firma Berkshire Hathaway verwaltet er ein Aktienportfolio von rund 299 Milliarden US-Dollar. Hier siehst du, welche Aktien darin stecken, was sich zuletzt geändert hat — und, viel wichtiger, welche Prinzipien dahinterstehen und was du als normaler Anleger daraus lernen kannst.
Quelle: U.S. Securities and Exchange Commission (SEC), Formular 13F-HR von Berkshire Hathaway Inc., Stichtag 30.06.2026, eingereicht am 14.08.2026. Werte in US-Dollar, gerundet.
Buffetts Depot ist bewusst konzentriert: Rund 91 % des Werts stecken in nur zehn Aktien, allein Apple macht mehr als ein Fünftel aus. Das ist typisch für seinen Stil — lieber wenige Unternehmen, die er wirklich versteht, als breite Streuung über hunderte Titel.
| # | Aktie | Branche | Anteil | Wert | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Apple | Technologie | 22,0 % | 66,0 Mrd $ | unverändert |
| 2 | American Express | Finanzen | 17,1 % | 51,3 Mrd $ | unverändert |
| 3 | Alphabet (Google) | Kommunikation | 12,6 % | 37,8 Mrd $ | aufgestockt |
| 4 | Coca-Cola | Konsumgüter | 10,9 % | 32,5 Mrd $ | unverändert |
| 5 | Bank of America | Finanzen | 9,2 % | 27,5 Mrd $ | reduziert |
| 6 | Chevron | Energie | 4,7 % | 14,0 Mrd $ | unverändert |
| 7 | Occidental Petroleum | Energie | 4,3 % | 12,9 Mrd $ | unverändert |
| 8 | Chubb | Versicherung | 3,9 % | 11,7 Mrd $ | unverändert |
| 9 | Moody's | Finanzen | 3,7 % | 11,2 Mrd $ | unverändert |
| 10 | Kraft Heinz | Konsumgüter | 2,6 % | 7,7 Mrd $ | unverändert |
Alphabet wird in zwei Aktienklassen gehalten (Class A und Class C); beide sind hier zusammengefasst. Anteile bezogen auf den gemeldeten Aktienwert. Quelle: SEC-13F, Stichtag 30.06.2026.
13F-Meldungen zeigen auch, was sich gegenüber dem Vorquartal bewegt hat. Im 2. Quartal 2026 fiel vor allem eines auf: Berkshire hat kräftig Alphabet (Google) zugekauft — die Position wuchs um rund 45 % auf etwa 37,8 Mrd $ und ist damit zur drittgrößten aufgestiegen. Gleichzeitig baute Berkshire mehrere Finanzwerte ab.
| Bewegung | Positionen |
|---|---|
| Aufgestockt | Alphabet/Google (+45 %), Delta Air Lines (+44 %), Lennar (+25 %), New York Times |
| Neu gekauft | Louisiana-Pacific, Macy's, D.R. Horton (jeweils kleine Positionen) |
| Reduziert | Bank of America (−6 %), Capital One (−58 %), Nucor (−52 %), Kroger (−22 %), DaVita, Ally Financial |
| Komplett verkauft | Constellation Brands |
Die Richtung lässt sich neutral so zusammenfassen: etwas mehr Gewicht auf Technologie (Alphabet), etwas weniger auf einzelne Bank- und Finanzwerte. Was dahintersteckt, verrät die 13F-Meldung nicht — sie zeigt nur, was gehalten wird, nicht warum.
Man muss Buffetts Depot nicht nachkaufen, um von ihm zu lernen. Spannender sind die Prinzipien, nach denen er seit über 60 Jahren investiert:
Buffett betrachtet eine Aktie nicht als Zockerpapier, sondern als Anteil an einem echten Unternehmen. Er kauft, wenn der Preis unter dem liegt, was das Geschäft aus seiner Sicht wert ist — die sogenannte „Sicherheitsmarge". Dieses Denken hat er von seinem Lehrer Benjamin Graham übernommen.
Sein Partner Charlie Munger prägte den Leitsatz: „Ein wunderbares Unternehmen zu einem fairen Preis ist besser als ein mittelmäßiges zu einem wunderbaren Preis." Buffett sucht starke Marken, treue Kunden und stabile Gewinne — nicht das billigste Papier.
Ein „Burggraben" (englisch moat) ist ein dauerhafter Wettbewerbsvorteil, der Konkurrenten fernhält: eine starke Marke (Coca-Cola), ein Netzwerk (American Express) oder unverzichtbare Produkte (Apple). Je breiter der Graben, desto verlässlicher die Gewinne über Jahrzehnte.
Buffett investiert nur in Geschäfte, die er versteht. Lange mied er Technologiewerte komplett. Was er nicht durchdringt, lässt er aus — auch wenn andere damit gerade Geld verdienen.
Sein berühmter Satz: „Unsere Lieblingshaltedauer ist für immer." Er kauft, um zu besitzen, nicht um zu traden. Und er handelt antizyklisch: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind — und gierig, wenn andere ängstlich sind."
Hier kommt der wichtigste Teil — und eine Ehrlichkeit, die viele überrascht: Buffett selbst rät den meisten Menschen davon ab, einzelne Aktien wie seine nachzukaufen. Sein Rat für Normalanleger ist ein breit gestreuter, kostengünstiger Indexfonds (ETF), zum Beispiel auf den US-Index S&P 500. Genau das hat er auch für das Erbe seiner Familie empfohlen.
Was du also mitnehmen kannst, ist nicht eine Einkaufsliste, sondern eine Denkweise:
Buffetts Rat für Normalanleger ist ein breiter, günstiger Index. Sieh, wie aus einer monatlichen Sparrate mit Zinseszins über die Jahre ein Vermögen wird.
Branchenanteile am gemeldeten Aktienwert, Stichtag 30.06.2026. Quelle: SEC-13F. Werte gerundet.
Laut 13F-Meldung von Berkshire Hathaway für Q2 2026 (Stichtag 30.06.2026): 29 US-Aktienpositionen im Wert von rund 299 Mrd $. Die größten sind Apple (22,0 %), American Express (17,1 %), Alphabet/Google (12,6 %), Coca-Cola (10,9 %) und Bank of America (9,2 %). Diese Angaben sind bis zu 45 Tage verzögert und zeigen nur US-Aktien.
Große US-Investoren mit über 100 Mio $ Aktienvermögen müssen ihre US-Aktienbestände jedes Quartal bei der US-Börsenaufsicht SEC offenlegen (Formular 13F), bis zu 45 Tage nach Quartalsende. Die Meldung zeigt nur US-Aktien-Long-Positionen — keine Anleihen, kein Cash, keine Short- oder Auslandspositionen. Es ist eine verzögerte, unvollständige Momentaufnahme.
Value Investing: verständliche, qualitativ starke Unternehmen mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil (Burggraben) zu einem fairen Preis kaufen und sehr lange halten. Kernprinzipien: nur investieren, was man versteht, langfristig denken, Qualität statt Trends, antizyklisch handeln. Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.
Buffett selbst rät den meisten Privatanlegern davon ab und empfiehlt stattdessen einen breit gestreuten, günstigen Indexfonds (z. B. auf den S&P 500). Die 13F-Daten sind zudem verzögert und unvollständig — ein Nachbauen wäre ohnehin unzuverlässig. Wertvoller ist es, die Prinzipien zu verstehen. Keine Anlageberatung.