Reichtum in Deutschland: Ab wann ist man reich?

Der große Report zu Einkommen und Vermögen in Deutschland: Wo liegt die Mitte, ab welcher Schwelle gehört man zu den oberen 10 oder 1 Prozent — und wie ungleich ist alles verteilt? Alle Zahlen aus offiziellen Quellen, verständlich erklärt.

Stand: 2023/2024 · Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, IW Köln, DIW Berlin

2.190 €
Median-Nettoeinkommen / Monat (bedarfsgewichtet)
103.200 €
Median-Vermögen je Haushalt
3.700 €
Einkommen: ab hier obere 10 %
~1 Mio €
Vermögen: ab hier reichstes 1 %

Einkommen: Wo verläuft die Grenze zu „reich"?

Gemessen wird am Nettoäquivalenzeinkommen — dem bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Einkommen, mit dem Haushalte unterschiedlicher Größe fair vergleichbar werden. Die wichtigsten Schwellen pro Monat:

GruppeNettoeinkommen / Monat
Armutsgefährdet (unter 60 % des Medians)unter 1.314 €
Median — die Mitte2.190 €
Durchschnitt (Mittelwert)2.526 €
Obere 10 % (einkommensreich)ab 3.700 €
Obere 5 %ab 4.560 €
Reichstes 1 %ab 7.190 €

Bedarfsgewichtetes Nettoäquivalenzeinkommen, Bezugsjahr 2023/2024 · Quellen: Statistisches Bundesamt (EU-SILC), IW Köln. Werte für einen Single-Haushalt; bei größeren Haushalten wird das Einkommen durch den Bedarfsfaktor geteilt.

Bezogen auf das Brutto-Arbeitseinkommen verdiente das reichste 1 % der Vollzeitbeschäftigten 2024 mehr als 213.286 € im Jahr. Deinen eigenen Rang findest du im Einkommens-Vergleich.

Vermögen: Median gegen Durchschnitt

Kein Wert wird so oft missverstanden wie „das Durchschnittsvermögen". Denn Median und Durchschnitt liegen hier extrem weit auseinander:

Kennzahl (je Haushalt)Nettovermögen
Median — die Mitte103.200 €
Durchschnitt (Mittelwert)324.800 €
Obere 10 %ab 777.000 €
Reichstes 1 %ab ~1.050.000 €

Nettovermögen je Haushalt (Vermögen minus Schulden) · Quelle: Deutsche Bundesbank, Vermögensbefragung (PHF) 2023; DIW Berlin. Der Durchschnitt liegt mehr als dreimal so hoch wie der Median, weil wenige sehr reiche Haushalte den Mittelwert nach oben ziehen.

Vermögen nach Alter

Vermögen wächst über das Erwerbsleben — der Median je Altersgruppe zeigt, was „normal" ist:

AltersgruppeMedian-Nettovermögen
unter 35 Jahre17.300 €
35–44 Jahre55.000 €
45–54 Jahre110.000 €
55–64 Jahre152.000 €
65 Jahre und älter185.000 €

Median-Nettovermögen je Haushalt nach Alter · Quelle: Deutsche Bundesbank (PHF) 2023. Vergleiche dich direkt im Vermögens-Vergleich.

unter 3517.300 €
35–4455.000 €
45–54110.000 €
55–64152.000 €
65 +185.000 €

Median-Nettovermögen je Haushalt nach Alter · Bundesbank 2023

Wie ungleich ist Deutschland?

Die Vermögensverteilung ist deutlich ungleicher als die Einkommensverteilung. Nach Berechnungen des DIW Berlin gilt:

~67 %
des gesamten Privatvermögens gehören den reichsten 10 %
~35 %
gehören allein dem reichsten 1 %

Zum Vergleich: Beim Einkommen ist die Spreizung geringer — die oberen 10 % erhalten einen weit kleineren Anteil am Gesamteinkommen als am Gesamtvermögen. Der Grund: Vermögen wird vererbt und wächst mit sich selbst (Zinseszins), während Arbeitseinkommen begrenzter ist.

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Häufige Fragen

Ab wann ist man in Deutschland reich?

Beim Einkommen gilt man ab den oberen 10 % als reich — das entspricht ab rund 3.700 € bedarfsgewichtetem Nettoeinkommen im Monat (Single). Beim Vermögen zählt ein Haushalt ab rund 777.000 € Nettovermögen zu den obersten 10 %, ab etwa 1 Million € zum reichsten 1 %.

Was ist der Unterschied zwischen Median und Durchschnitt?

Der Median ist die echte Mitte: Die eine Hälfte hat weniger, die andere mehr. Der Durchschnitt wird von wenigen sehr Reichen nach oben verzerrt. Beim Vermögen liegt der Durchschnitt (324.800 €) daher mehr als dreimal so hoch wie der Median (103.200 €).

Wie ungleich ist das Vermögen in Deutschland verteilt?

Sehr ungleich: Die reichsten 10 % besitzen rund zwei Drittel (etwa 67 %) des gesamten Privatvermögens, das reichste 1 % allein rund 35 % (DIW Berlin).

Mehr zum Thema

Alle Angaben beruhen auf offiziellen Statistiken (Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, IW Köln, DIW Berlin), Stand 2023/2024; Werte gerundet. Verteilungswerte sind Schätzungen der jeweiligen Erhebungen. Keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung, Angaben ohne Gewähr.